Ein "Faksimile" ist viel mehr als nur eine schöne Kopie
Das ein Faksimile mehr als nur eine gewöhnliche Re- Produktion ist, zeigt eine Ausstellung im Lutherhaus der Wartburgstadt. Vom 7. April bis zum 31. Oktober können Besucher einen Blick auf mittelalterliche Buchmalerei in ihrer ganzen Pracht werfen. Im Rahmen einer Eröffnung der Ausstellung gab es von Walter Martin Rehan einiges von dem zu hören, was man über die Jahrhunderte alten Kunstwerke wissen sollte. Aber was ist eigentlich ein so ein Faksimile...?
Grob aus dem Lateinischen übersetzt nichts anderes als eine Kopie. Allerdings ist der Wortlaut "Mach es gleich" als handgemachte Reproduktion eines Originals als absolut wortwörtlich zu nehmen und zwar in jeder Hinsicht. Während selbst ein gu- ter Kopierer der modernen Zeit immer nur ein mehr oder weniger gutes Abbild der Vorlage herstellt, ist ein Faksimile eine Art handgemachter Clone des originals in jeder Hinsicht. Nicht nur das Erscheinungsbild der Originals ist hierbei absolut identisch. Auch die verwendeten Materialien (Papier, Farben usw.) entsprechen im Regelfall eins zu eins der Vorlage.
Faksimiles kommen dann zum Einsatz, wenn das Original viel zu wertvoll ist, um es beispielsweise in einer Ausstellung zu zeigen. Während also die eine oder an- dere Bibel aus dem Mittelalter gut gesichert in einem Tresor schlummert, zeigt sich die meisterlich mit der gleichen Fertigungstechnik hergestellte Kopie in der selben Pracht wie ihr wertvoller Ursprung.
Nehmen wir als Beispiel das "Lorscher Evangeliar", das um 810 in der Hofschule "Karls des Großen" entstand, wird schnell der Wert solcher Schriften deutlich. Die karolingische Bilderhandschrift umfasst ursprünglich 474 Seiten. Als Träger fand Kalbspergament (aufwendig bearbeitete Tierhaut) Verwendung. Für die Schriftsei- ten wurden Gold- und Silberfarben verwendet. Vielfältiges Rankenwerk, das auf keiner Seite gleich ist, rahmt die Schriftseiten. Auf goldgrundierten Schriftzierseiten wurde mit Purpur geschrieben, was für sich eine recht teure Angelegenheit ist. Der Farbstoff dafür wird aus verschiedenen Purpurschnecken gewonnen, wobei je nach Schneckenart die Tönung des Farbstoffes variiert. Purpur ist farblich eine Nuance zwischen Rot und Violett. Die Herstellung blauer Farbe (Ultramarin) aus dem Halb- edelstein Lapislazuli ist auch nicht gerade eine preisgünstige Form der Gewinnung geeigneter Pigmente, die dann in aufwendiger Verarbeitung zu Farben werden, die sich zum colorieren auf Pergament eignen. Als gefährlichste Farbe zumindest bei der Herstellung ist Grün unbedingt zu erwähnen. Das Mischen von kristallisiertem Grünspan und Arsenik als siedende Lösungen klingt nicht nur giftig sondern ist es auch. Während die Mischung aus "Gummi arabicum und Ruß der Holzkohle" ein verhältnismäßig günstiges Schwarz für die Schrift gibt, ist die Verwendung von Gold schon eher ein guter Hinweis auf den Reichtum des Aufraggebers einer handge- schriebenen Bibel.
Ob das Pergament tatsächlich in Pergamon erstmalig hergestellt wurde in der Zeit um 100 v. Chr. ist nicht erwiesen. Ein ägyptisches Exportverbot von Papyrus für die Schreiberstuben in Pergamon soll Ursache für die Verwendung von Tierhäuten von Ziegen sein. Es wird allerdings angenommen, daß eine Verwendung von Perga- ment schon vor dieser Zeit geschah und in Pergamon das Verfahren zur Herstel- lung nur qualitativ deutlich verbessert wurde.
Älteste Dokumente auf Pergament in griechischer Sprache können auf das 2. Jh. v. Chr. datiert werden. Auf Papyrus wurde im Antiken Ägypten vermutlich bereits seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. geschrieben. Den Rohstoff für Papyrus liefert übrigens eine Cyperngras-Sorte, die bis zu 3 m hoch werden kann. Gegenüber dem Papyrus zeichnet sich Pergament durch ein glattere Oberfläche aus, ist fester, dauerhafter und von seiner Farbe heller. Auch ist Pergament durch eine gute Tilgbarkeit im Ge- gensatz zu Papyrus Wiederverwendbar. Aufgetragene Stoffe können durch Schaben oder Waschen wieder abgekratzt werden (griech. palimpsestos). Das ging auf Pa- pyrus (unserem heutige Papier am ähnlichsten) nicht, denn den Tintenkiller zur Ent- fernung orthographischer Fehler bei Klassenarbeiten haben die alten Äqypter de- finitiv nicht erfunden, obwohl es den in seiner Urform auch bereits seit 1930 gibt. In diesem Punkt darf allerdings bemerkt werden, dass die chemischen Substanzen eines Tintenlöschers bei der zur Beschriftung von Papyrus verwendeten Tinten aus Ruß und "gummi arabicum" nicht den gewünschten Effekt gebracht hätten.
Es gilt also nicht nur die schönen bunten Bildchen und die ebenfalls schöne, aber für die Meisten unleserliche Schrift giga-alter Bücher zu betrachten. Ein kleiner Blick in die Geschichte vermittelt Beeindruckendes über das meisterliche Können uralter Gewerke bei der Herstellung heute historischer Schriften.
Als ausgewählte Kostbarkeiten aus acht Jahrhunderten können in der Sonderaus- stellung im Lutherhaus 2 Blätter des "Lorscher Evangeliar" bewundert werden. Die Faksimiles zeigen bei genauem Betrachten, mit welcher Liebe zum Detail das wert- volle Original exakt reproduziert wurde. Faksimile sind übrigens keine Fälschungen teurer Kunstwerke aus der Vergangenheit, sondern gewollte Vervielfältigungen von Originalen mit dem theoretisch gleichen Materialwert.
Weitere Informationen: ► www.lutherhaus-eisenach.de
I due Foscari begeistert das Publikum im Theater Eisenach
Während der Löwe von San Marco wohlwollend das an- wesende Publikum im Theater Eisenach betrachtet, darf selbiges durchaus sehenswerte Aufführung der Oper "I due Foscari" von Giuseppe Verdi erleben. Dabei sind Vergnügen und Freude am Theaterbesuch zweifelsfrei mehrfach zu bewerten. Für Kenner des Opern-Genres ist die Aufführung selbst als gelungenes Geamtkunstwerk einzuordnen. Der musikalische Genuss steht hierbei im Vordergrund und schließt die Leistung alles Ausführenden ein.
Doch auch der vielseitig interessierte Theaterfreund findest schnell Gefallen an den brillanten Stimmen und der hervorragenden Musik der "Meininger Hofkapelle". Ob- wohl der Inhalt der Oper selbst die typische Grundstruktur diverser Dramen hat, bei der am Ende der Aufführung zumindest die Titelhelden nicht mehr unter den Leben- den weilen, findet selbst der gelegentliche Theaterfan eine musikalisch bebilderte Geschichtsstunde voll wissenswerter Historie.
Das Werk selbst wird im italienischen Original mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Das geht durchaus auch für den Gelegenheits-Theaterfan in Ordnung, da sich die textliche Vielfalt in Grenzen hält und eine vorhergehende Lektürte der Bedienungs- anleitung in Form eines Programmheftes ausreichend fit macht zum allgemeinen Verständnis der Arien und Rezitative.
Der optische Genuss in Form des Bühnenbildes ist zumindest als interessant ein- zuordnen, wobei hier die Bewertung der Bilder dem Auge des jeweiligen Betrach- ters überlassen sein soll. Die Kostüme begegnen uns in zwei Varianten in Modern und Klassisch und runden das Gesamtbild der Inszenierung sehenswert ab.
Fazit: Verdi´s Oper wird ohne moderne Entgleisungen mit allen notwendigen zu ei- ner klassischen Aufführung gehörenden Elementen des Theaters umgesetzt. Der Besuch einer Aufführung im Landestheater Eisenach darf also ohne Bedenken zu- mindest für Opernfreunde empfohlen werden. (Bild: Foto-ed Meiningen)
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Weitere Informationen: ► www.theater-eisenach.de
Hörenswerter Vortrag in der Aula des Luther-Gymnasium
Das Vorträge insbesondere zu literarischen Themen in der Regel kontroversere Reaktionen beim Publikum hin- terlassen sollten, gehört artbedingt zur Grundlage der je- weils inhaltsbezogenen Literaturform. Während Fachlite- ratur mehr Rückschlüsse auf die Qualität des fachlichen Inhalts zulässt, erlaubt die Betrachtung der Werke eines Roman-Schriftstellers schon einen größeren Spielraum bei der persönlichen Rezension der Werke. Wer Literatur im Allgemeinen mag und mehr ein Fan der nicht wissenschaftlichen Literatur in Form kurzweiliger Belletristik ist, könnte an den Inhalten der Romane von Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa durchaus Freude haben.
Ein Vortrag von Dr. Matthias Heber brachte zumindest ein wenig Licht in die aufge- schriebene Welt des Mario Vargas Llosa. Im Rahmen einer Veranstaltung im März 2011 der Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. konnten Literaturfreunde einen unter- haltsamen Einblick in Werk und Leben des 1936 in Peru geborenen Schriftstellers bekommen. Das sich Vargas Llosa durch Sprache bestens ausdrücken kann, ist sicherlich auch ein Kriterium für einen Nobelpreis der Literatur. Hierbei zeichnet be- sonders die Vielfältigkeit der Stile den Geschichtenerzähler Vargas Llosa aus, des- sen gleichnamiger Roman "Der Geschichtenerzähler" unter Lesefreunden dieses Genres zu den bekannteren Büchern zählt.
Zumindest zählen die Veranstaltungen der Goethe-Gesellschaft Eisenach auf die- sem Gebiet als geeignete Plattform, den einen oder anderen Schreiber zeitgenös- sischer Werke einem interessierten Publikum näher vorzustellen.
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Schwanensee - Matinee zum neuen Ballettabend
Als nächste Premiere des Balletts Eisenach steht am Samstag, dem 2. April, um 19.30 Uhr Tschaikowskys zauberhaftes Ballettmärchen "SCHWANENSEE" in der Choreografie von Andris Plucis auf dem Programm des Landestheaters. Am Sonntag, dem 20. März um 11 Uhr Ballettchef Andris Plucis, GMD Carlos Domínguez-Nieto, Kostümbildnerin Danielle Jost, Bühnenbildner Christian Rinke und die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts Eisenach zu einer einführenden MATINEE in den Saal des Landestheater ein. Konzeption und Bühnenbild werden vorgestellt; Domínguez-Nieto wird über die zauberhafte Musik von Tschaikowsky reden und die Tänzerinnen und Tänzer des Eisenacher Theaters zeigen Ausschnit- te aus ihrem neuen Ballettabend.
Der Eintritt ist frei. (Foto: Tobias Kromke)
Weitere Informationen: ► www.theater-eisenach.de
Historisches Eisenach im Blickpunkt - Der Markt um 1960
Es ist sicher auch das "Schwarz-Weiss" der Aufnahme, welches verrät, dass es sich bei diesem Bild nicht unbe- dingt um eine aktuelle Ablichtung des Eisenacher Markt- platzes handelt. Allein schon die beiden PKW "Trabant" der Modellreihe 500 werden in der Form seit dem Jahr 1962 nicht mehr gebaut und die Straßenbahn hat auch Ende 1975 ihren Betrieb eingestellt.
Immerhin zuckelte die alte Bimmel seit 1897 durch die engen Straßen der Wartburgstadt.
Der "Kiosk" an der Ecke Georgenstraße ist heute eine Bank-Filiale und die Eisdiele der "Familie Traberth" im Erdgeschoss des gleichen Hauses gibt es auch nur noch in der Erinnerung einiger älterer Eisenacher. Noch älter sind allerdings die meisten Gebäude rund um den Marktplatz. Einige der Fachwerkhäuser stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und das Stadtschloss, welches auf unserem Bild unsicht- bar rechts zu finden wäre, wurde von Landesbaumeister Gottfried Heinrich Krohne 1742 erbaut.
Geheimrat Goethe weilte im "Schloss" und auch die Schritte weiterer Persönlichkei- ten kreuzten ihrerzeit den Markt. Die Georgenkirche als Taufkirche von J.S. Bach ist hier zu finden und das Lutherhaus ist gerade mal einen Katzensprung entfernt.
Direkt am Marktplatz und auf unserem Bild gut zu erkennen, ist das ehemalige Ho- tel "Rautenkranz", wo heute das Bürgerbüro und ein Teil der Stadtverwaltung unter- gebracht ist. Die Weinschänke "Zum Rodensteiner" gegenüber vom alten Kiosk am Eingang zur Georgenstraße rechts im Bild hat heute keinen Ausschank mehr und beherbergt aktuell eine Buchhandlung.
(Beitrag noch nicht vollständig)
Kennen Sie Herzog Ernst August II. Konstantin...?
Persönlich sicherlich nicht, es sei denn sie wären selbst um 1737 geboren und hätten in den erlauchten Kreisen bei Hofe im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach die Zeit überdauert. Etwas geläufiger bis in unsere heu- tigen Tage dürfte der Name der Gattin des Herzogs sein. Die mit Anna Amalia im Jahre 1756 geschlossene Ehe dauerte zwar nur zwei Jahre, da der junge Herzog Ernst August bereits 1758 mit nur 21 Jahren starb. Anna Amalia selbst gebar zwei Söhne. Der Erstgeborene Karl August (*1757) wird später die zumindest in Eisenach die bekannteste Person aus dem Geschlecht derer von Sachsen-Weimar und Eisen- ach sein. Allein schon die vormundschaftliche Regierung von Anna Amalia bis zur Regentschaft von Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach ab 1775 legte den Grundstein zur "Weimarer Klassik".
Im Rahmen der "Eisenacher Kinderkulturnacht 2011" rückt das herzogliche Paar in den Mittelpunkt der jungen Generation. Ein Schreibwettbewerb soll die Kids zu ei- genen Geschichten anregen, die sich mit dem Leben von Herzog Ernst August und Anna Amalia beschäftigen.
Die Kinder sollen sich vorstellen, sie selbst wären dieser Herzog Constantin und müssten Eisenach regieren.
In ihren kleinen Geschichten sollen die Kinder be- schreiben, was sie in solch einer Situation heute alles tun würden, oder was sie anders oder sogar besser machen würden. Zum Mitmachen aufgerufen sind alle Mädchen und Jungen aus der Region im Alter zwischen 8 und 12 Jahren.
Die Geschichten sollten nicht länger als zwei handgeschriebene DIN-A4-Seiten (oder eine Seite am Computer) sein. Für den Wettbewerb sind die Geschichten an folgende Adresse zu schicken: Stadtverwaltung Eisenach, Kinderbeauftragte Frau Backhaus, Markt 22, 99817 Eisenach. Einsendeschluss ist der 6. Mai 2011.
Die 20 schönsten Geschichten werden zu einem Heft zusammengefasst und ver- öffentlicht. Zudem werden sie im Wartburg-Radio 96,5 vorgelesen.
Außerdem werden aus diesen 20 Geschichten-Schreiberinnen und –Schreibern zwei Kinder ausgelost - ein Junge und ein Mädchen, die als offizielle Botschafter der Kinderkulturnacht am 2. Juli 2011 für einen Tag die Herrschaft über Eisenach antreten werden. Dazu schlüpfen sie in die Rollen von Herzog Constantin und seiner späteren Frau, der Herzogin Anna Amalia. Diese liebte die Kunst und hat viele Künstler und junge Schriftsteller unterstützt. Zudem wurde in Weimar eine ganze Bibliothek nach ihr benannt.
(Das Gemälde mit dem Portrait von Herzog Ernst August II. Konstantin befindet sich in den Beständen des Thüringer Museum Eisenach)
Die jungen Gewinner vom Vorlesewettbewerb 2011 in ESA
Susen Otto von der Goetheschule und Franziska Utecht vom Luther-Gymnasium sind die Siegerinnen des 14. Städtischen Vorlesewettbewerbs. Sie setzten sich im Finale durch, das in der Stadtbibliothek über die Bühne ging. Vier Regelschülerinnen und drei Gymnasiasten vertraten ihre Schule bei dem Wettbewerb. Ein Förder- schüler war ebenfalls nominiert, musste aber wegen Krankheit absagen. Als Pflichttext gab es “Paula Kussmaul und Kater Knutschfleck” von Klaus Kordon. Daneben durfte jede Teilnehmerin einen Text ihrer Wahl vor- lesen. Susen Otto glänzte hier mit Passagen aus dem 3. und 4. Band des “Tage- buch eines Vampirs” von Lisa J. Smith, während Franziska Utecht mit Auszügen aus Franca Düwels Buch “Julie - schlimmer geht’s immer” die Jury zu überzeugen vermochte.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Stadt-Ausscheid im Vorlesen hatten sich bereits in der Vorrunde an ihrer Schule durchgesetzt. Die beiden Siegerinnen dürfen nun zum landesweiten Wettbewerb fahren. Bei Erfolg winkt sogar das Bundesfinale im Sommer in Frankfurt/Main.
Alle Kinder, die bei diesem Wettbewerben mitgemacht haben gewannen Urkunden und Buchpreise. Die Siegerinnen und Sieger erhielten zusätzlich Bücherschecks, die in allen Buchhandlungen eingelöst werden können.