Historisches Eisenach - Die Forstakademie am Frauenberg
Das Eisenach eine Universitäts-Stadt ist, wäre wohl ein wenig zu weit ausgeholt, aber immerhin beherbergte die Stadt eine durchaus renommierte "Akademie", die sich der Bildung der land- und forstwirtschaftlichen Wissen- schaften verschrieben hatte. Die am 16.7.1830 eröffnete Lehranstalt, deren Gebäude sich am Frauenberg unweit des Karlsplatzes befindet, ging aus dem Wirken eines Oberforstrat Gottlob König hervor, der im nahen Ruhla ein Privatforstinstitut betrieb und 1840 für sein Wirken die Ehrendoktorwürde der Universität Jena erlangte.
Aus der Eisenacher Landesforstschule wurde 1905 eine Forstakademie, an der bis im Jahr 1915 Studenten und deren Verbindungen wie die Hubertia oder Silvania zu Anwärtern für den mittleren Forstdienst ausgebildet wurden. Der Lehranstalt selbst standen neben der theoretischen Ausbildung im Gebäude am Frauenberg No. 17 diverse Lehrforste um Eisenach, Ruhla und Wilhelmsthal zur Verfügung. Eine Art "Botanischen Garten" in Form einer Baumschule gab es im Haintal gleich neben dem "Roeseschen Hölzchen", dass sich im Süd-Westen von Eisenach befindet. Dort wurden bereits 1787 unter anderem ausländische Gehölze in größerer Zahl angepflanzt. Das Gelände selbst unterhalb der "Metilsteins" wurde vor 1800 als Waldpark angelegt. Neben der Nutzung zur allgemeinen Erholung entwickelte sich der Forst zu einem vielbesuchten Lehrbeispiel für den Waldanbau der damaligen Zeit. Das Ende 1787 vom Eisenacher Kaufmann Christian Friedrich Roese durch eine Erbschaft erhaltene Gelände oberhalb des "Alten Friedhofs" entwickelte sich vom "Roeseschen Berggarten" durch stetigen Ausbau zu Beginn des 19. Jahrhun- dert zu solcher Größe und Bedeutung, daß selbst Johann Wolfgang von Goethe am 22. August 1801 die Bemühungen des Kaufmannes Roese wohlwollend in seinem Tagebuch erwähnte.
Die Forstlehranstalt in Eisenach nutzte die von Christian Friedrich Roese († 1806) geschaffene Anlage im südlichen Teil, wo eine Art botanische Versuchsstation ent- stand und neben dem Anbau von Gehölzen auch Saat- und Pflanzmethoden erprobt wurden. Das Gelände selbst wurde zwischen 1830 und 1840 liebevoll gestaltet und Besuchern ansprechend zugänglich gemacht. Hinweistafeln gaben Aufschluss zur Örtlichkeit und am "Tempelchen" lud ein Teehäuschen den Wanderer zur Rast ein. Wer um 1840 seinen Weg zur Wartburg nahm, nutzte gern die Wege unterhalb des Metilsteins, die heute noch vorhanden sind, aber den ehemaligen Forstgarten nur noch mit sehr viel Phantasie und ein wenig Ortskenntnis erahnen lassen.
Die "Eisenacher Forstakademie" am Frauenberg 17 ist heute kein öffentliches Ge- bäude mehr. In der näheren Vergangenheit waren dort unter anderen das örtliche Landwirtschaftsamt oder das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unter- gebracht.
Die Eisenacher Waldschänke hat eine lange Tradition
Afrika oder Eisenach? Gerne wäre Großvater Max Bohl nach Afrika gefahren, erzählt Detlef Horak über den Opa, dem ersten Besitzer er "Waldschänke" bei Eisenach. Wäre da nicht Großmutter Bohl gewesen, stände der Gast- hof heute vielleicht in Tansania oder so. Frau Bohl wollte lieber hier bleiben, was 1921 die Eröffnung der Eisenacher Waldschänke nach sich zog...
Es ist bedauerlich, daß die Waldschänke 1991 ihren Betrieb einstellen musste, aber ein paar Anforderungenentsprachen nicht mehr den damaligen Vorschriften und so kam leider das betriebsbedingte Aus. Zahlreiche Besucher zählte die Eisen- acher Waldschänke am 13. September 2009 im Johannistal der Wartburg- stadt. Der Inhaber vom Waldgasthof Detlef Horak überraschte die Gäste mit selbst- gebackenen Kuchen nach dem Original-Rezept der Großeltern sowie Kaffee und einer wunderbaren Neuigkeit...
Wird die Waldschänke bald wieder öffnen?
(Foto: Paul Roth.Eisenach, um 1911 / Archiv: mediagate-eisenach)