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Die Theaterkultur in Eisenach hatte eine lange Tradition

Das waren noch Zeiten. Als am 1. Januar im Jahre 1879 das Eisenacher Theater feierlich eingeweiht wurde, war der Jubel groß. Doch nicht nur die einfache Bevölkerung war begeistert, das ihre Stadt nun ein eigenes Theater hatte. Auch die Stadtverwaltung konnte sich freuen, denn die Rechnung für den funkelnagelneuen Musentempel trug allein der Bankier und Fabrikant Julius von Eichel-Streiber, der das Haus erbauen ließ und der Stadt zum Geschenk machte. Julius von Eichel-Streiber beschenkte Eisenach übrigen mit noch weiteren Zuwendung wie eine Gewerbeschule, das Justusstift oder trat als Mäzen regionaler Künstler wie der Maler Friedrich Preller d.J. auf. Das brachte ihm zumindest die Ehrenbür- gerschaft ein, welche ihm die Stadt anlässlich der Eröffnung des Theater Eisenach verlieh. Julius von Eichel-Streiber starb am 27. April 1905 im Alter von 86 Jahren.
Das auch technisch stets den modernen Ansprüchen der jeweiligen Zeit genügen- den Haus erlebte neben hochwertigem Theater auch große Namen in seinen Hei- ligen Hallen. So waren Weltstars wie Zarah Leander, Asta Nielsen, Henny Porten oder Adele Sandrock zu Gast. In den Wirren des 2. Weltkriegs wurde das Haus auf kurze Zeit geschlossen, jedoch nach Kriegsende bereits im August 1945 wieder er- öffnet. Seit 1952 darf das Haus den Titel Landestheater tragen. Anlaß hierfür war ein Beschluß der damaligen SED-Bezirksleitung in Erfurt.
Während der DDR-Zeit lief das Haus salopp ausgedrückt zu einer gewissen kultur- ellen Hochform auf. Trotz Mangelwirtschaft hatte der Staat immer genügend Geld für die geistige Erbauung seiner Bürger übrig. Die Tickets für die Besucher waren durch Subventionen stets günstig, was den kulturellen Einrichtungen des Landes meistens großen Zuspruch bescherte. Allerdings lagen die die Gründe für ordent- liche Besucherzahlen nicht nur in den günstigen Kartenpreisen. Auch die Qualität der Aufführungen zog das Publikum immer wieder ins Theater.
Was heute durch übertrieben modernisierte Werke nur noch selten gelingt, war für das Landestheater Eisenach während der DDR-Zeit scheinbar überhaupt kein Pro- blem. Die Spielpläne setzten sich immer aus einem fast idealen Gemisch der drei Sparten Musiktheater, Schauspiel und Ballett zusammen, die das Haus aus einem eigenen Ensemble bediente. Auch die "Landeskapelle Eisenach" ist seit 1952 ein fester Bestandteil des Eisenacher Theaters.
Fortsetzung folgt...

Beliebte Künstler aus vergangenen Theaterspielzeiten

Kaum einer erinnert sich heute an die Namen der ehe- maligen Künstler, die in den 70er und 80er Jahren im Landestheater Eisenach engagiert waren. Dabei gab es doch gerade in dieser Zeit das wohl beste Theater, was Eisenach jemals zu bieten hatte. Nicht nur die damalige Technik war zumindest für DDR-Verhältnisse auf einem guten Stand. Auch die Wahl der Aufführungen traf mehr als heute den Geschmack des Publikums, was nicht zuletzt natürlich auch an den Künstlern lag. Werfen wir also eine Blick in vergangene Zeiten, als das Landes- theater Eisenach noch ein sogenanntes Drei-Sparten-Theater war, bestehend aus Musiktheater, Schauspiel und Ballett.
Die wohl beste Baba-Jaga aller Zeiten, zumindest im Eisenacher Landestheater, gab der Schauspieler Rainer Kunze. In einer Märchen-Aufführung der "Verzauberten Brüder" Anfang der 1980er Jahre begeisterte der Künstler nicht nur die kleinen The- aterbesucher. Aktuell (2010) ist Rainer Kunze am Theater Eisleben engagiert.
Die alljährlichen Weihnachtsmärchen waren natürlich auch in den Spielplänen ver- gangener Tage ein fester Bestandteil. Allerdings konnte das Haus Eisenach dabei auf ein eigenes gutes Schauspiel-Ensemble zurückgreifen. Zu den besonders ge- lungen Inszenierungen ebenfalls aus Anfang der 1980er Jahr gehört das Märchen "Rotkäppchen" in der Fassung von Jewgeni Schwarz (Die verzauberten Brüder) mit der Schauspielerin Elka Drechsler in der Hauptrolle. In der Rolle des Häschen, der beste Freund von Rotkäppchen, war Schauspieler Hermann Gröbe zu erleben. Zau- berhafte Kostüme und ein schönes Bühnenbild ließen die vorweihnachtlichen Auf- führungen wie gewohnt zu einem Zuschauermagnet werden. Natürlich bewiesen die märchenspielenden Künstler auch in den sogenannten ernsteren Aufführungen ihr schauspielerisches Können, wie Elka Drechsler in "Die Verschwörung des Fi- esco zu Genua" an der Seite von Intendant Günther Müller.
Weitere bekannte Namen der Sparte Schauspiel waren Ute Schmidt und natürlich Joachim Brunner, die beide aktuell (2010) am Landestheater Rudolstadt engagiert sind. Beide hatten ihr erste Engagement in Eisenach (Joachim Brunner seit 1978) und wechselten 1995 nach Rudolstadt.
Zu den Namen Albert John, Herbert Oranien, Margit Plagge-Plathen, Maxi Gauck, Ingeborg Westphal fehlen relevante Informationen (Recherche läuft).
In der Sparte Musiktheater gehört Sänger Ernst-Volker Schwarz in der Rolle des "Don Giovanni" zu den Publikumslieblingen. Die Inszenierung von G. Bohne Anfang der 1980er Jahre gehört neben weiteren Aufführungen zu den schönsten, die das Haus erleben durfte. Die Landeskapelle Eisenach wurde von Generalmusikdirektor Diether Noll dirigert. In weiteren Rollen der Oper waren Dieter Mai als Leporello, Josef Mäker als Komtur, Annemarie Lorz als Donna Elvira, Günther Freiheit als Masetto, Sonja Müller als Zerlina u.a zu erleben. Für die Ausstattung (Bühnenbild) war G. Gregor Papst verantwortlich. Die Choreinstudierung übernahm der unver- gessene Martin Brückner.
Zu den Namen Günter Köbrich, Marianne Memm, Rainer Psurek fehlen relevante Informationen (Recherche läuft).
Fortsetzung folgt...